Anerkennungen

Die Allgemeine Prüfungs- und Studienordnung (APSO) der TUM regelt in § 16 diesen Bereich. Die Grundlage für Anerkennungen bildet das Bayerische Hochschulgesetz mit Art. 63. In beiden Stellen wird von Anrechnungen gesprochen was hier im allgemeinen Sprachgebrauch stets als Anerkennung bezeichnet wird.

Möchten sich Studierende Leistungen (die bereits vorliegen) aus anderen Studiengängen anrechnen lassen ist dazu ein formloser, schriftlicher Antrag (kein Formblatt sondern einfaches Schreiben) nötig, adressiert an den Prüfungsausschuss für Chemie-Ingenieurwesen. Dieser Antrag soll auflisten, welche Leistungen aus anderen Studien auf Leistungen im neuen Studiengang ("Zielleistungen") anerkannt werden sollen. Vor diesem Antrag dürfen Fachprüfer nicht kontaktiert werden. Die Entscheidung ob und welcher Fachprüfer gegebenenfalls kontaktiert werden soll, erfolgt explizit nach Antragstellung durch den Prüfungsausschuss und der Prüfungsausschuss teilt dies gesondert mit.
Es ist ratsam, sich vor dem Antrag auf Anerkennung mit dem Schriftführer des Prüfungsausschusses für Chemie-Ingenieurwesen zu besprechen.
 

Dieser Antrag muss spätestens zum Ende des ersten Studienjahres (Ausschlussfrist) nach Beginn des Studiengangs an der TUM gestellt werden. Wichtig ist auch, dass ein solcher Antrag nur einmal gestellt werden kann. Es können also zu einem späteren Zeitpunkt keine weiteren Leistungen als Anerkennungen hinzugefügt werden. Dies gilt auch für ein Industriepraktikum, dass in einem anderen Studium als solches bereits erbracht wurde. Eine Ausnahme bilden hier selbstverständlich Leistungen, die erst im Verlaufe des Studiums z. B. durch einen Auslandsaufenthalt entstehen.
Die Anerkennung einer Leistung ist ausgeschlossen, wenn für die Leistung, auf die im Studiengang anerkannt werden soll ("Zielleistung"), eine Prüfungsanmeldung mit einem Prüfungsantritt an der TUM vorliegt. Ein Prüfungsantritt liegt auch dann vor, wenn nach einer Anmeldung der Prüfungstermin nicht wahrgenommen wurde ("nicht erschienen" = nicht bestanden) oder ein Rücktritt mit einem Attest erfolgte. In beiden Fällen führt dies zu einer Wiederholungsprüfung, die an der TUM abgelegt werden muss. Eine Anerkennung ist damit ausgeschlossen. Es gibt also keine Wahl zwischen Prüfungsversuch und Anerkennung.

Bei Anerkennungen von Wahlpflicht- bzw. insbesondere Pflichtfächern des neuen Studiengangs wird der Prüfungsausschuss oftmals nicht selbst entscheiden, sondern an den Fachprüfer im Studiengang an der TUM verweisen. Darauf macht der Prüfungsausschuss nach Antragstellung (siehe oben) explizit aufmerksam. Nur in diesem Fall erhalten die Studierenden vom Prüfungsausschuss ein besonderes Formblatt für eine Anerkennung. Dieses Formblatt ist nicht der eigentliche Antrag, sondern nur ein Begleitblatt zur Verwendung beim Fachprüfer, der auf diesem Formblatt seine Entscheidung zur Anerkennung vermerkt. Bitte unbedingt darauf achten, dass dieses Formblatt vom Prüfer mit Unterschrift und Ergebniss versehen ist.
Die Studierenden müssen mit dem Fachprüfer (eventuell über das Sekretariat) einen Termin ausmachen und es wird in der Regel notwendig sein, dem Fachprüfer Unterlagen zur Entscheidung der Äquivalenz der Leistungen vorzulegen. Das können im Idealfall Skripten, Übungsblätter, Musterklausuren, Mitschriften, Modulbeschreibungen sowie Literaturempfehlungen sein. Können keine verwertbaren authorisierten Unterlagen zur Veranstaltung vorgelegt werden (z. B. weil sie nicht in Deutsch oder Englisch vorliegen) kann in Ausnahmefällen auch eine eigene Inhaltsangabe zu der Veranstaltung erstellt und glaubhaft gemacht werden.

Abschließend sei hier noch der besondere Fall erwähnt, dass Leistungen des konsekutiven Masterstudiengangs Chemieingenieurwesen der TUM bereits im grundlegenden, gleichnamigen Bachelorstudiengang Chemieingenieurwesen an der TUM erbracht wurden . Hier wird ein im Formularbereich downloadbares, eigenes Formblatt verwendet, dass bereits als Antrag gilt. Aber auch für diesen Fall gilt die Frist des ersten Studienjahres.